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Freiraum Ahornbahn

Architektonische Highlights in Mayrhofen

Gesamt-touristisches Projekt Freiraum Ahorn

Die Seilbahn Ahornbahn wurde 2007 als Ausgangspunkt für die Entwicklung dieses gesamt-touristischen Projektes FREIRAUM AHORN verwendet. Mittlerweile besteht dieses Projekt von Architekt Antonius Lanzinger (M9 Architekten Senfter + Lanzinger) aus 5 Bauprojekten und 8 Gebäuden, welche in chronologischer Reihenfolge aufgelistet werden sollen.

Antonius Lanzinger Architekt und Ideengeber:

„(…) die Architektur spielt ihre wesentliche Rolle in der visuellen Wahrnehmung, CI, des gesamten Projektgebietes, sie differenziert auch von den touristischen Mitbewerbern. Sie vermittelt Authentizität in Gebrauch und Verwendung von Materialien. Es sind dies z.B. der dunkel gefärbte Beton der immer auch vor Ort aus dem anfallenden Schottermaterialien des jeweiligen Bauplatzes erzeugt wird, die geschnittenen Granit-Gneis Bodenplatten der anfallenden Findlinge, das rohe Schwarzmetall der Stahl- Fassadenkonstruktion oder aber auch rote Brüstungsverglasung in Anspielung auf die hier oben häufig vorkommenden Zillertaler Granaten. Das verwendete Bauholz des Verwaltungsgebäudes ist reines Massivholz ohne jeglichen Anstrich und Konservierung und ist zur Gänze aus ortsnahen Wäldern gewonnen."

Ahornbahn Mayrhofen
© David Schreyer  

 

Seil-Pendelbahn auf den Ahorn: Das naturräumlich sensible Hochplateau sollte mit dieser speziellen Seilbahn weiterhin erschlossen werden, hauptsächlich für eine begrenzte Anzahl an skifahrenden und bergsteigenden Naturliebhabern, welche hier am Eingang des Hochgebirgs-Naturparks Zillertaler Alpen, Ruhe und Naturgenuss finden wollen.



2008: Kuppelbare 8 Sitze Sesselbahn Ahorn

8 SB Ahorn
© David Schreyer  

2010: Freiraum

Freiraum Ahorn

Ein gut funktionierender Bergbahnbetrieb ist angewiesen auf sehr aufwändige technische Infrastruktur ( Schneeerzeuger, Lager, ... ) Die Bauaufgabe bestand darin, für diese vom Gast möglichst nicht zu bemerkenden Funktionen, ein Gebäude zu entwickeln das zeitgemäße Arbeitsbedingungen für den Mitarbeiterstab in der Größe eines mittleren Gewerbebetriebes von ca. 40 Personen, zur Verfügung stellen kann.

Die rein infrastrukturell technische Gebäude-Anlage ist vom Ausstieg der Bergbahn her nicht zu bemerken, nur eine sehr große dunkelgraue Betonplatte liegt im Almboden, gleich einem überdimensionalen Findling ist sie als Decke der darunterliegenden Garagen zugleich Festplatz für unterschiedlichste Nutzungen. So entstand ergänzend zu den seilbahninternen Räumlichkeiten ein multifunktionaler öffentlicher Gebäudeteil, angelegt als schmaler 70 m langer Weg von der Bergstation bis an den Abgrund, in der Gestalt eines Brückenbaukörpers.

Die Brücke ist sinnvoll als Überbauung, denn sie allein garantiert den freien Fluss der Seilbahnbetriebes auf Niveau der Maschinenhallen. Die eine oder andere Kuh steht bei grobem Wetter im Sommer unter der Brücke, eine nicht zu unterschätzende Qualität hochalpiner Gebäudeanlagen, sommers wie winters.

 

2013: Stammhaus

Stammhaus Mayrhofen
© David Schreyer  

 

Das Erscheinungsbild der Talstation wurde durch den Bau von zeitgemäßen Büroräumlichkeiten für die Verwaltung der Mayrhofner Bergbahnen vervollständigt. Ein Innenhof wurde als „Freiraum“ angelegt, der allmorgendlich die Gäste versammelt. Dieser Freiraum erschließt alle Funktionen des Bergbahnbetriebes, eine Kleingastronomie sowie einen Skiverleih bzw. –Depot.

Der Eingang zum Verwaltungsgebäude „Stammhaus“ ist etwas abgesetzt und führt durch einen neuen Seminar- und Besprechungsbereich, der auch für externe Veranstaltungen verwendet werden kann. Die Büroräumlichkeiten werden eher als „Wohnbau der Mitarbeiter“ verstanden. Verdeutlicht wird dies durch reines Massivholz, verbaut als Holzblockbau.



2013: Kuppelbare 6 Sitze Sesselbahn Ebenwald

Ebenwald Talstation Ahorn Mayrhofen
© David Schreyer  

 

Der Kanon der Betonfärbung wird um eine Nuance erweitert, doch bleibt dieser auf die Naturtöne des Ahornplateaus beschränkt. Die Sprache der Architektur bleibt bestehen, die notwendigen Hauptgebäudeteile wie Bahnhof und Stationseinfahrt werden um 90 Grad zueinander verdreht gesetzt, sodass fast keine Erdbewegungen notwendig sind. Außen werden die neuen Holzverschalungen durch Verwitterung das Grau der Stationsbauten annehmen, jedoch mit neuer Struktur der Oberflächen. Das Innere der Stationseinfahrt ist in Lärchenholz gehalten und sehr einladend für den ankommenden Gast, die zum Teil unansehnlichen technischen Anlagen sind durch die Disposition der Gebäude und neuerer Technik fast vollkommen ausgeblendet.

Die 42 Grad Neigung des Bauplatzes verlangt nach einer sehr technischen Lösung zur Anlage der Stationsplattform die talseitig 19 m Höhe aufweist. Der sehr beengte und auch schwer zugängliche Bauplatz, die äußerst kurze mögliche Bauzeit von nur 6 Wochen, legten von Anfang an die Verwendung von Betonfertigteilen nahe. Zur Anwendung kam ein Stabtragwerk, aufgesetzt auf zwei in den Steilhang gesetzten Ortbetonrahmen.

Die Architektur der Plattform ist vollkommen durchdrungen von der statischen Tragstruktur, lediglich ein 2 m hoher Lärchenholzzaun umfängt die luftige Ausgesetztheit der Plattform innerhalb der Baumwipfel des Hochwaldes.

3S Penkenbahn

Mit dem Beginn der Baumaßnahmen zur Wendebrücke vor der Talstation der Penkenbahn im Herbst 2014 wurde der erste Schritt für die Errichtung der neuen und hochmodernen Dreiseilumlaufbahn, kurz 3S Bahn, auf den Actionberg Penken eingeleitet. Am 13. April 2015 starteten die Bauarbeiten an der Talstation, im Zentrum von Mayrhofen. Zeitgleich wurden die mächtigen Stützen und die Bergstation der neuen Bahn errichtet. Mit der Fertigstellung zur Wintersaison 2015/16 wurde die ehemalige Zweiseilumlaufbahn durch das derzeit modernste Seilbahnkonzept am Markt ersetzt. Der Neubau der 3S Penkenbahn wurde vom Architekturbüro reitter_architekten ZT GesmbH geplant und durchgeführt.

Penkenbahn Wendebrücke

„Die Situation"

Erfreulich ist das quirlige Leben, das die Talstation im öffentlichen Raum wie von selbst bewirkt. Kein öder Parkplatz, der üblicherweise wie das Fegefeuer vor dem Skiparadies liegt. Wir finden uns mitten im Wintersportort. Allerdings auch eine Beengung von allen Seiten. Das Programm ist ein sehr großes, kaum beherrschbares Volumen und weitgehend festgelegte Funktionsabläufe.

Die Haltung: „Es ist, was es ist...“ (und etwas mehr)

Bei der Bändigung der überwältigenden Baumasse haben wir uns entschieden, der Technik genau das Volumen zu geben, das per Lichtraumprofil gefordert ist - und den Menschen genau den Raum zu geben, der für den Vorgang des Zusteigens und des Ankommens angenehm und angemessen scheint. Und etwas mehr: Wir wünschen uns, dass die neue Station mehr ist als ein perfekt funktionierender Menschenstaubsauger, der nach Betriebsschluss dunkel und tot im Herzen von Mayrhofen lagert. Wir denken, die ohnehin notwendige Anstellfläche beim Bus kann einen Mehrwert liefern, der auch der emotionalen Verknüpfung mit der Bevölkerung dient.

Einstieg PB

Der gedeckte Dorfplatz

Die stützenfreie Auskragung überdeckt einen Raum von ca. 300 m², der beidseitig von langen Holz-Sitzbänken gerahmt ist. Die besonderen Oberflächen signalisieren, dass hier mehr als Warten geschehen kann: Musik, Lesung, Kleintheater, Skateboardcontest, Tanz oder schlicht und einfach Fest und Party. Die Lage im Schwerpunkt des Dorfes sollte ernsthaft genützt werden um auch inhaltlich eine neue Mitte des Dorfes zu schaffen.

Die Bekleidung

Wir möchten der mächtigen Kubatur eine gewisse (rätselhafte) Weichheit und Tiefe geben: Mit einer Handbreit Abstand werden hell pulverbeschichtete Lochblechtafeln vorgehängt, die, je nach Entfernung des Betrachters, völlig anders wirken: Aus der Ferne wie ein heller Schleier, in der Nähe erkennt man das Ornament, auf Armlänge abstrahiert sich das Bild in einen Raster aus Punkten. Die Lochabstände sind gleich, die unterschiedliche Größe der Stanzungen lässt das Bild entstehen. Durch eine sanfte LED-Hinterleuchtung kann die Station nachts als ein dezent glimmender Lampion wirken. Das Motiv wurde von einer wunderbaren Grafikerin nach Recherchen über Zillertaler Trachten entwickelt. Wir denken, dass diese spielerische ästhetische Annäherung an die Tradition mit zeitrichtigen Mitteln wirklich reizvoll sein kann. Wenn manchmal auch ein erkennendes Schmunzeln auftaucht, ist das durchaus nicht unerwünscht.“ Text: reitter_architekten

Penkenbahn Talstation

Bergstation und Bergrestaurant Horbergbahn

Der Neubau der Horbergbahn fand im Jahr 2000 statt und wurde vom Architekturbüro reitter_architekten ZT GesmbH geplant und durchgeführt:

„Dass es sich bei der in rund 1.700 Meter Seehöhe errichteten Bergstation der Mayrhofner Horbergbahn um das Recycling bzw. die Überformung einer ehemaligen Struktur aus den 1960er Jahren handelt, ist dem anmutig sachlichen, an den beiden Stirnseiten vollflächig verglasten Gebäude nicht anzumerken.

Die Station, die als Zubringer von Schwendau zum Skigebiet Penken große Transportkapazitäten zu bewältigen hat, sollte anfänglich nur im Restaurantbereich (das ursprünglich im Unterbau der Lifthalle untergebracht war) ausgebaut werden, doch die Architekten haben aus dieser Anforderung eine umfassende räumliche Neuordnung entwickelt, die nicht nur die funktionalen Abläufe der Bergstation verbesserte, sondern die gesamte Anlage architektonisch auf eine höhere Qualitätsstufe hob.

Die Ankunftshalle wurde in Längsrichtung geteilt, zwei Drittel sind dem Seilbahnhof vorbehalten, ein Drittel wurde niveaugleich zum Restaurant ausgebaut, und hinter den Rolltoren des Untergeschosses stehen nun ausreichend Flächen für Werkstätten, Garagen, Serviceräume, Pistenfahrzeuge etc. zur Verfügung.

Ostseitig wurden an die bestehende Stahlkonstruktion der alten Satteldachhalle zwei Joche angehängt, und an der exponierten Nordseite geht die ehemalige Kante des nun mit Calcit-Blechen gedeckten Daches in ein schutzbietendes Halbkreisprofil über, das die Fensterfront des neuen Gastraums mit einer räumlichen Geste umfängt.“ Text: Gabriele Kaiser

Horbergbahn Bergstation